Welches sind aktuell die wichtigsten Entwicklungen im Bereich 3D-Druck?

Im Jahr 2014 liegt der Schwerpunkt der Entwicklung im Bereich 3D-Druck einerseits auf dem Contour Crafting (= dem Ausdrucken ganzer Häuser), andererseits auf dem Bioprinting ( = der Erzeugung von Organen und anderem Gewebe per 3D-Drucker).

Im Bereich des Contour Crafting ist, neben einigen Entwicklungen in Kalifornien und den Niederlanden, vor allem die chinesische Firma Winsun New Materials zu nennen, die seit Anfang 2014 einstöckige Häuser innerhalb von jeweils 24 Stunden errichtet, zunächst in einem Shanghaier Hightech-Industriepark. Winsun plant, in absehbarer Zeit auch größere Häuser per Contour Crafting zu produzieren.  Zu erwähnen ist im Kontext des Contour Crafting jedoch auch der seit etwa Juni 2014 verfolgte Ansatz der sogenannten Minibuilders, also kleiner Mini-3D-Drucker in Drohnen-Format, die den Einsatz überdimensionierter 3D-Drucker beim Contour Crafting ersparen sollen. Insbesondere das katalanische Architekten-Team des Institute for advanced architecture of Catalonia (IaaC) setzt auf diese Methode.

Das Bioprinting wurde zwar bereits im Jahr 2000 eingeführt, wesentliche Innovationen blieben in diesem Bereich allerdings über 13 Jahre hinweg mehr oder weniger aus. Dies änderte sich erst um die Jahreswende 2013/14 als es verschiedenen Forscherteams rund um den Globus (in Sydney, Harvard, Stanfort, Edinburgh und Hannover) endlich gelang, aus mehreren Gewebetypen bestehende, damit prinzipiell funktionsfähige Organe per 3D-Drucker zu erstellen. In Peking gelang Prof. Lui Zhangjuin im August 2014 die erfolgreiche Behandlung eines an einem bösartigem Tumor erkranktem 12-jährigem Jungen mittels eines 3D-gedruckten, somit individuellen Wirbelimplantats.  Anfang Oktober 2014 kündigte eine Harvard-Forschungsgruppe um Prof. Jennifer Lewis an, demnächst künstliche Nieren per Bioprinter zu produzieren.  Auch in der 3D-gestützten Gesichtschirurgie und in der Produktion künstlicher Knochenmasse per 3D-Druck (vor allem der BioPen ist hier zu nennen) können fast wöchentlich neue Erfolge vermeldet werden.

Seit dem 23.September 2014 befindet sich erstmals auch ein 3D-Drucker im Weltall, nämlich an Bord der internationalen Raumstation ISS, wo er den dort tätigen Astronauten die Möglichkeit geben soll, fehlende oder defekte Werkzeuge (bzw. Ersatzteile) selbst zu erstellen.

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