Welche Rolle könnten 3D-Drucker für den Aufbau einer Mondbasis spielen?

Eine Schlüsselrolle könnte großen 3D-Druckern beim von der ESA geplantem Aufbau einer Mondbasis zukommen, da diese es ermöglichen würden, die hierfür nötigen Gebäude (mittels Contour Crafting) direkt aus dem Mondstaub zu drucken. Konkrete Tests, aus lunaren Materialien in 3D zu drucken führte die ESA Anfang 2013 in Zusammenarbeit mit dem renommiertem Londoner Architekturbüro Foster+Partners durch, und zwar mit durchaus befriedigendem Erfolg.

Die ESA-Forscher erstellten hierfür aus mondähnlichem Material, simuliertem Mondregolith, mit Hilfe eines 6 Meter großen 3D-Druckers der britischen Firma Monolite einen 1,5 Tonnen schweren Baustein, wie er für eine mögliche Mondbasis benötigt würde. Ihnen gelang “eine hohle, geschlossene Struktur, vergleichbar mit der von Vogelknochen, um eine gute Kombination aus Stabilität und Gewicht zu erhalten”, so Jethro Hon, von Foster+Partners. Als Quelle für das simulierte Mondregolith konnten die Forscher und Architekten auf Basaltgestein aus aus dem Zentralvulkan im Bolsenasee in Mittelitalien zurückgreifen, da “dieses 99,8 Prozent Ähnlichkeit mit dem Mondboden” aufweist, so Laurent Pambaguian, der bei der Esa das Mondbauprojekt leitet.

Ein noch zu lösendes Problem stellt das Drucken im Vakuum dar, da 3D-Druck in erster Linie auf dem Auftragen von Flüssigkeiten beruht, diese aber unter den Vakuum-Bedingungen, wie der Mond sie bietet, schnell verdampfen. Diese spezielle Situation konnte der Test von Anfang 2013 selbstverständlich nicht simulieren. Eine mögliche Lösung bietet Giovanni Cesaretti von der italienischen Firma Alta, indem er vormachte, dass sehr kleine “nur zwei Millimeter große Tröpfchen von den Kapillarkräften auf dem Boden festgehalten werden”, wenn die Düse des 3-D-Druckers unter der Regolithschicht eingefügt wird. Damit wäre das 3D-Drucken im Vakuum prinzipiell möglich.

Generell gilt zu bedenken, dass sich mit Hilfe der 3D-Druck-Technologie beim Aufbau einer Mondbasis bis zu 95% Gewichtseinsparungen im Vergleich zu herkömmlichen Bauweisen erzielen lassen.

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