Welche Bedeutung hat Winsun für den 3D-Druck?

Weltweit ist die Technologie des Contour Crafting, also des Errichtens von Häusern mittels großer 3D-Drucker, derzeit (Ende Januar 2015) in China wohl am weitesten ausgereift, und zwar konkret durch das Shanghaier Unternehmen Winsun New Materials.

Bereits im März 2014 errichtete Winsun in einem Shanghaier Hightech-Industriepark eine Baureihe von 10 einstöckigen Häuser. Hierfür kam ein 4800 Dollar (= ca. 3600 Euro) teurer 3D-Drucker mit einer Größe von 150 mal 10 mal 6,6 Metern zum Einsatz. Das Besondere dabei: Alle dieser 10 Häuser wurden an einem einzigen Tag errichtet.

 

Im Januar 2015 gelang Winsun nun die Errichtung einer kompletten Villa per Contour Crafting. Es handelt sich dabei um ein fünfstöckiges Appartment-Gebäude, mit einer Größe von 1115 Quadratmetern.

Der eigens für diesen Zweck entwickelte und designete 3D-Drucker ist 6 Meter hoch und hat ein Druckbett von mehr als 370 Quadratmeter Fläche. Als Filament dient dabei, wie schon im Fall der Industriepark-Bungalows, ein Gemisch aus recyceltem Bauschutt, Fiberglas und Zement, also hauptsächlich recycelte Baumaterialien.

Bereits im Jahre 2004 hatte Winsun den für das Contour Crafting benötigten Extruder für flüssigen Beton und andere Materialien entwickelt.

Schichtweise werden dabei die einzelnen Teile des Designs aufgetragen, die anschließend nur noch aushärten müssen. Im nächstem Schritt werden die Schlüsselstellen mit Stahl verstärkt sowie die Isolierungen in die Hohlräume der Konstruktion eingebracht.

Für die Errichtung dieser 3D-Druck-Villa waren nicht mehr als 6 Tage nötig, 1Tag für den Ausdruck der Bauteile, die restlichen 5 für deren Zusammenbau.

Das Bemerkenswerte am Winsun-Contour Crafting ist außerdem die hohe Material-Effizienz. So entsteht einerseits nahezu kein Abfall, da der 3D-Drucker wirklich nur das für das Design vorgesehene Material verwendet, andererseits senkt der Recycling-Anteil beim Filament den Ressourcenverbrauch zusätzlich.

Contour Crafting trägt demnach also nicht nur zur Reduzierung des Baulärms bei (vgl. Blogeinträge zu Dus, Amsterdam), es ist obendrein vielmehr dazu geeignet, ein neues Zeitalter der Nachhaltigkeit für die Immobilienindustrie einzuläuten.

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