Was kann ich tun, um warping möglichst zu verhindern?

Verhindern lässt es sich zwar nicht, aber immerhin reduzieren, indem folgende Hinweise beachtet werden:

– Auf einem beheiztem Druckbett drucken, da dies für eine gleichmäßigere Abkühlung sorgt.

– mit Raft (=Fundamentschicht) drucken, um eine bessere Bodenhaftung zu garantieren.

– die Z-Achse justieren: Hier geht es vor allem um die Voraussetzungen für das Auftragen der ersten Schicht. Ist die Z-Achse zu niedrig eingestellt kann der Extruder die Lücke zum Druckbett nicht gut überblicken, was den gesamten Druck instabiler macht.

– auf Polyimid-Klebeband drucken: Dies verbessert, wie oben gezeigt, die Haftung des erkaltenden Druckmaterials auf der Druckplatte.

– auf eine saubere Druckplatte achten: Da sowohl ABS als auch PLA auf einer sauberen Druckoberfläche am besten haften sollten Sie diese frei von Staub und alten Druckresten halten.

– Zugluft vermeiden: Da Zugluft ungleichmäßiges Abkühlen des Materials begünstigt sollte der 3D-Drucker möglichst nicht an einem Fenster oder in einem insgesamt zugigem Raum stehen.

–  langsamer drucken: Hier gilt, dass eine niedrigere Druckgeschwindigkeit den Druck exakter macht, zugleich aber auch eine bessere Haftung der Schichten auf dem Druckbett ermöglicht, somit warping verringert.

– möglichst niedrige Extrusionstemperatur: Zu bedenken gilt es hier allerdings, dass eine niedrige Extrusionstemperatur zwar warping verringert (wegen der geringeren Temperaturdifferenzen beim Erkalten), eine zu niedrige Extrusionstemperatur jedoch eine Verstopfung des Extruders zur Folge haben kann. Die Untergrenze der möglichen Extrusionstemperaturen sollte daher auch nicht unterschritten werden.

– dem Druckobjekt kleine Scheiben an den Ecken zufügen, sogenannte „Mäuseohren“: Die Haftung des Objekts an den besonders gefährdeten Ecken wird damit verbessert.

– Füllung/InFill möglichst reduzieren: Je weniger Füllung Sie verwenden umso weniger Kraft wird innerhalb des Druckobjekts wirksam, da auch die Füllung einer gewissen Schrumpfung beim Erkalten unterliegt und somit auf die äußere Hülle des Objekts wirkt.

– Den Druck mit 4 Metall-Haarklammern (oder auch Haarschneideklammern, z.B. solchen aus Aluminium) auf der Druckplatte fixieren. Für unterschiedlich große Druckobjekte sollten Sie hierfür ein Sortiment mit Metall-Haarklammern unterschiedlicher Länge besitzen.

– Falls Sie warping während des Druckens bemerken: Das Druckobjekt, wenn möglich, von der problematischen, warpenden Stelle wegschieben, also z.B. nach rechts hinten, wenn es links vorne warpt. Auch das Objekt zu rotieren kann hilfreich sein, sofern es sich nicht um Spannungen im gesamten Objekt handelt.

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