Was gibt es Wissenswertes über Autos aus dem 3D-Drucker?

Die Idee, Autos in 3D zu drucken, damit einerseits Produktionszeit und -kosten zu sparen, andererseits eine bessere Öko-Bilanz zu erzielen wurde erstmals 2008 in konkreter Form vorgestellt, vom kanadisch/US-amerikanischem Ingenieur Jim Kor. Er konzipierte den Urbee, ein futuristisches Stadtauto, der im November 2010 auf der SEMA-Show, in Las Vegas erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde, als Prototyp eines Hybrid-Autos. Der Urbee wurde verwirklicht von Stratasys und Kor Ecologic. Er war seinerzeit das erste Auto, dessen Karosserie komplett in 3D ausgedruckt wurde, im Stereolithografie-Verfahren.  Jim Kor entwickelte bald darauf auch den Urbee 2, der Ende Februar 2013 vorgestellt wurde. Beim Urban 2 ging man noch einen Schritt weiter: Nur noch der Dieselmotor und das Chassis wurden hier noch aus Metall gefertigt, der Rest, insgesamt 50 Bauteile, in 3D ausgedruckt, aus ABS-Filament. Der Vorteil lag hier klar darin, dass das geringe Gewicht dieser Bauteile den Sprit-Verbrauch erheblich reduzierte. Außerdem lassen sich die wenigen Bauteile deutlich zügiger zusammenbauen als die im herkömmlichen Produktionsprozess andernfalls erforderlichen 20000 Bauteile. An eine Großserienfertigung war allerdings noch nicht gedacht.

Im Januar 2014 wagte Honda einen besonderen Coup, als erster Autobauer, der Fahrzeugmodelle der letzten 20 Jahre auf seiner Website als 3D-Modelle zum Ausdrucken anbot.

Aktuell sorgt der Strati (= Italienisch für “Schichten”) für Schlagzeilen, ein 3D-Printauto, bei dem alle Bauteile außer Sitze, Bremsen und Elektromotor in 3D ausgedruckt wurden, nun also auch das komplette Chassis. Unter 200 Bewerbungen im Juni 2014 als Sieger ausgewählt wurde der Strati nun auf der International Manufactering Technology Show (IMTS) in Chicago, vom 8. bis 13.September 2014, der Öffentlichkeit präsentiert. Entwickelt worden war er von Local Motors, und zwar per Crowdsourcing-Verfahren. Auf der IMTS wurden die druckbaren Bauteile dann in 44 Stunden öffentlich ausgedruckt, die restliche Fertigstellung dauerte 2 Tage. Für den Strati sind nur noch 40 Bauteilen notwendig.  Er soll zunächst der Erforschung der Möglichkeiten einer Hybrid/Additiv/Substraktiv-Maschine dienen, voraussichtlich aber auch noch 2014 auf den Markt kommen. Der anfängliche Preis für den Strati wird auf ca. 30000 Dollar (= ca. 23000 Euro) geschätzt.

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