Warum wäre es besonders wichtig, Organe in 3D ausdrucken zu können?

Der Mangel an geeigneten Spenderorganen gehört zweifelsfrei zu den brennensten Problemen unserer Zeit, was z.T. durch den medizinischen Fortschritt, z.T. durch die Überalterung bedingt sein dürfte. In öffentlich-medialen Debatten wird diese Frage meist unter dem Gesichtspunkt diskutiert, die Zahl potenzieller Organspender zu erhöhen, sei es durch gesetzliche Regelungen (“Widerspruchs”- statt “Zustimmungslösung”), sei es durch Kampagnen verschiedener Art.

Übersehen wird in diesen Diskussion allerdings meistens, dass (wie der US-Wissenschaftsjournalist Al Roth vorrechnet) gar nicht genug Sterbende brauchbare Organe hinterlassen, um den Bedarf an Spenderorganen zu decken – egal, wie hoch die Spenderquote auch sein mag. Auf dem Wege der Organspenden Toter oder (unter Umständen) auch Lebender wird das Spenderorgan-Problem also niemals zu lösen sein.

Genau an diesem Punkt kommt der 3D-Bioprint ins Spiel, denn dieser dürfte, nach Lage der Dinge, auf absehbare Zeit der einzige realistische Weg sein, Spenderorgane nach Bedarf zu produzieren. 2013/14 gelangen nun endlich entscheidende Fortschritte in diese Richtung, durch verschiedene Forscherteams, u.a. in Hannover. Zuletzt (Anfang Oktober 2014) gelang ein Durchbruch im Bereich der Nieren, als deren Vorläufer bereits sogenannte Nephronen produziert werden konnten. Hierbei handelt es sich um vereinfachte Modelle von Nierenstrukturen, die Medikamententests ermöglichen. Für die Bioprint-Forschung sind die Nephronen freilich vor allem ein Schritt ein Richtung Ausdruck künstlicher Nieren.

Bis die Organ-Produktion per Bioprint einsatzreif sein wird dürften jedoch noch einige Jahre vergehen, vermutlich bis 2018.

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