Lässt sich auch mit PTFE 3D-Drucken?

Polytetrafluorethylen, abgekürzt PTFE, ein unverzweigtes, linear aufgebautes, teilkristallines Polymer aus Fluor und Kohlenstoff, ist im 3D-Druck-Kontext vor allem als Material für Kunststoff-Hotends bekannt.

Ein bekanntes Beispiel hierfür ist das 2011/12 von der RepRap-Bewegung entwickelte Merlin-Hotend, welches zumindest teilweise aus PTFE besteht (vgl. Blogeintrag dazu).

Wenn Sie mit PTFE-Filament drucken wollen (z.B., um entsprechende Teile eines Kunststoff-Hotends nachzudrucken), so sollten Sie vor allem beachten, dass von diesem Material, wenn es geschmolzen wird, eine besondere Gesundheitsgefährdung ausgeht.Konkret gelten PTFE-Dämpfe nicht nur als krebserregend, sie verursachen auch das Polymer- oder Teflonfieber, welches sich durch grippeähnliche Allgemeinsymptome (Fieber, Schwächegefühl) und Atembeschwerden äußert. In schwereren Fällen kann es auch zu Lungenödemen kommen, die vereinzelt auch tödlich verlaufen.

Noch mehr als beim 3D-Drucken generell empfehlenswert sollten Sie beim PTFE-3D-Druck deshalb unbedingt spezielle Vorkehrungen beachten: Gut lüften, unter einem Gehäuse drucken, ggf. sogar entsprechende Schutzkleidung tragen.

Der Schmelzpunkt von PTFE liegt bei 327°C, als minimale Extrusionstemperatur werden jedoch 342°C empfohlen. Spätestens ab 360°C entstehen die – oben beschriebenen – giftigen Dämpfe, bei Temperaturen ab 400°C zersetzt sich PTFE.

Generell gilt PTFE als schwer zu drucken, da es als gepresstes Pulver vorliegt, welches die wenigsten 3D-Drucker verarbeiten können.

PTFE ist übrigens keineswegs, wie häufig behauptet wird, ein Nebenprodukt der Raumfahrt, sondern wurde bereits 1938 durch den US-amerikanischen Chemiker Roy Plunkett entdeckt und durch diesen 1939/41 zum Patent angemeldet.

 

 

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