Gibt es bereits Nasen-Implantate aus dem 3D-Drucker?

Forschern der Eidgenössischen-Technischen Hochschule (ETH) Zürich ist es vor kurzem (Stand: Mitte März 2015) gelungen, mit Hilfe eines (Bioprint-)3D-Druckers innerhalb von nur 16 Minuten einen künstlichen Nasenknorpel herzustellen.

Als “Filament” diente der Forschungsgruppe um Marcy Zenobi-Wong vom Departement für Gesundheitswissenschaften und Technologie dabei ein Mix aus Biopolymeren und lebendigen Knorpelzellen. Computergesteuert wird diese Suspension auf dem laboreigenen Bioprinter nun aus 8 Spritzdüsen gedrückt. Auf diese Weise kann jede beliebige Struktur im Schichtverfahren aufgebaut werden.

Der entscheidende Vorteil dieser Bioprint-Implantate liegt darin, dass diese sich nicht von körpereigenem Nasenknorpel unterscheiden, die Abstoßungsreaktionen daher viel geringer (bzw. seltener) sind. Außerdem wächst das Implantat mit, was gerade bei jungen Patienten von entscheidendem Vorteil ist.

Mit Hilfe dieses Verfahren könnte künftig beispielsweise eine bei einem schweren Autounfall zerschmetterte Nase relativ leicht rekonstruiert werden. Dem Patienten müssten dazu, laut Doktorand Matti Kesti, mittels einer Biopsie Knorpelzellen, beispielsweise aus dem Ohr, entnommen und im Labor vermehrt werden. Diese bilden nun die Grundlage für das jeweils individualisierte Bioprint-“Filament”.

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