3D-Drucker im Weltall, gibt es das schon?

Sogar bis in den (erdnahen) Weltraum ist die 3D-Druck-Technologie inzwischen vorgedrungen. Am 23.September 2014 erreichte ein 3D-Drucker an Bord eines Versorgungsfluges die Raumstation ISS, der damit zum erstem 3D-Printer außerhalb der Erdatmosphäre wurde. Von ihm erhoffen sich die Astronauten große Erleichterungen ihrer Arbeit, da fehlende oder vor allem kaputte Werkzeuge nun nicht mehr aufwendig von der Erde importiert werden müssen. Stattdessen werden diese nun von der Bodenstation konstruiert und danach elektronisch an die ISS übermittelt.

In Gang kam der ISS-3D-Druck im November 2014. So wurde, nach dem das Gerät am 17.November installiert worden war, am 25.November 2014 vom Astronauten Barry Wilmore das erste Objekt im Weltall ausgedruckt. Es handelte sich dabei um eine Frontplatte für den eigenen Extruder, mit den Worten “Made in Space”.

Seine eigentliche Funktion, Werkzeuge für den Bordbedarf herzustellen erfüllt der ISS-3D-Drucker allerdings erst seit dem 22.Dezember 2014. An diesem Tag konnte die ISS-Crew erstmals einen Schraubenschlüssel ausdrucken, dessen Modelldaten von der NASA geschickt worden waren. Der Ausdruck des Schraubenschlüssels dauerte 4 Stunden.

Entwickelt hat den Weltraum-3D-Drucker – einen glänzenden Kasten mit den Ausmaßen einer kleinen Mikrowelle – Niki Werkheiser von der NASA, zusammen mit einem Privatunternehmen.

Weitere Perspektiven:

Auf längere Sicht hat die NASA allerdings noch weitaus größere Pläne als das Leben ihrer Astronauten an Bord von Raumstationen zu erleichtern. Die kühne Vision besteht darin, mit Hilfe von 3D-Druckern auf Mond und Mars aus dem dortigem Staub eine Wohn-Umgebung zu gestalten, nach der Methode des Contour Crafting.

Ähnliche Pläne verfolgt auch die ESA. Sie wird zunächst voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2015 erstmals einen eigenen 3D-Drucker zur ISS schicken. Dabei wird es sich um einen in Italien entwickelten POP3D (Portable On-Board Printer) handeln, welcher während der ESA Futura Mission mit Astronautin Samantha Cristoforetti bei der ISS ankommen soll. Dieser FDM-3D-Drucker soll leicht zu bedienen sein und wenig Energie verbrauchen.

Anfang Januar 2015 gab auch die Chinesische Aerospace Science and Technology Corporation (CASTC) bekannt, einen 3D-Drucker für den Betrieb im Weltall entwickeln zu wollen. Dabei soll es sich um einen Metall-3D-Drucker handeln, welcher auf auf einem langwelligen und einem kurzwelligemn Karbon-Dioxid-Laser basiert. Der CASTC-3D-Drucker soll Bauteile von einer Größe bis zu 250mm drucken können und Metalle, wie Stainless Steel, Titan, und Aluminium-Legierungen als Filamente verwenden.
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